Aus dem Tagebuch einer Distanzreiterin – Sharma Gaponoff für Saddlefit 4 Life®

Sharma Gaponoff für Saddlefit 4 Life® und Jochen Schleese

In den letzten Wochen und Monaten habe ich über die üblichen Probleme geschrieben, die bei Distanz-Wettkämpfen und bei Distanzpferden auftreten können. Nun dachte ich, dass Sie sich sicher auch für eine Fallgeschichte interessieren könnten. Sharma Gaponoff, die eine Kundin von uns und die Autorin des Buches „Tevis“ ist, hat sie für uns aufgeschrieben. Wenn Sie mehr über den Tevis Cup wissen möchten, den legendären 24-stündigen Hundertmeiler, folgen Sie diesem Link www.teviscup.org

Derzeit liest man viel über die Weltreiterspiele in Tyron, USA, und es scheint sogar darüber diskutiert zu werden, ob das Distanzreiten gar aus den Weltreiterspielen verbannt werden soll. Entschuldigen Sie bitte, wenn der Bericht unten sich ein bisschen anhört, als würden wir den Ritt bewerben. Dem ist natürlich nicht so!

Sharma schreibt:
Für mich war der Ritt am Grand Canyon einfach fantastisch. Ich war dankbar, an solch einem Ritt teilnehmen zu dürfen! Der Austragungsort war in jeder Hinsicht buchstäblich Weltklasse. Es machte wie immer ungeheuren Spaß, neue Leute zu treffen. Obwohl ich ziemlich nervös war, weil ich fünf Tage am Stück reiten sollte, stellte sich heraus, dass mein Körper das wesentlich besser wegsteckte, als ich angenommen hatte. Ich liebe meinen neuen Sattel. Er war in jedem Fall der Grund dafür, dass Tahoe und ich gesund und munter blieben. Am Ende des fünften Tages hatte ich nicht das Gefühl, die ganze Woche geritten zu sein. Stellen Sie sich das vor! Natürlich war ich müde, aber ich hatte weder Muskelkater noch Schmerzen. Das gilt auch für Tahoe. Es war tatsächlich so, dass Tahoe mit jedem Tag kräftiger wurde!
Mein Sattel ist auf der Oberseite für mich maßgeschneidert und auf der Unterseite für Tahoe. Das bedeutet, dass er während der gesamten Woche unglaublich bequem für uns beide war. Die zwei Tage dauernde Autofahrt hin und zurück zum Auftragungsort war wesentlich unbequemer für mich, als die fünf Tage ununterbrochenen Reitens! (Vielleicht bekommen wir Schleese dazu, auch Autositze zu fertigen?)

Als ich mich für den Ritt vorbereitete, war ich davon ausgegangen, dass wir wenig Steigungen zu überwinden haben würden, da wir auf einem Plateau des Grand Canyons in etwa 2500 Metern Höhe ritten und Plateaus normalerweise eben sind. Es gab jedoch eine Menge unterschiedlicher Landschaften und Milieus, durch die wir ritten, so dass es die ganze Woche über wunderschön war.

Die Ritt-Organisation hatte für jeden Tag verschiedene Ritte entworfen und man konnte zwischen 50 und 30 Meilen Ritten wählen. Wir wurden an jedem Tag wieder zurück zum Camp geleitet, so dass wir immer von dort aus starteten und auch wieder dort ankamen, was die ganze Logistik einfacher machte. Ich fand es wunderbar, dass wir auch Mittag- und Abendessen serviert bekamen. Es gab sogar eine Menge vegetarisches Essen, was mich wirklich glücklich machte. Ich hatte natürlich echt Hunger und das Essen war köstlich.

Am ersten und letzten Tag hatten sie Ritte für uns ausgearbeitet, die uns auf den Rainbow Rim Trail führten, der am nördlichen Rand des Grand Canyon entlang führt. Ich fühlte mich wie ein Kind im Bonbonladen. Ich war am Grand Canyon, einem unvergleichlichen Platz mit einer unfassbar schönen Aussicht und obendrein mit einer lehrbuchmäßig perfekten Geologie.

Nachdem wir vom Camp zum Rainbow Rim Trail geritten waren, ritten wir für etwa 10 Meilen auf dem Trail und wechselten dann auf andere Trails, um wieder zurück zum Camp zu gelangen. Am ersten Tag ritten wir den Rainbow Rim Trail in die eine Richtung und am letzten Tag ritten wir wieder dort, diesmal aber in die andere Richtung. Yippieh! Zum ersten Mal überhaupt bin ich durch Pinien-, Blautannen- und Pappelwälder geritten. Die Pappelblätter wurden schon trocken und begannen, abzufallen. In manchen Gebieten, die wir durchritten, trabten und galoppierten unsere Pferde durch die grünen Pappelblätter, die den Boden dicht bedeckten. Der Geruch, der von ihnen aufstieg, war wundervoll. Ich habe noch nie zuvor einen Pappelwald gerochen, es riecht einfach unvergleichlich gut.

Es stellte sich heraus, dass Tahoe und ich nur eines von drei Paaren waren, die tatsächlich an allen fünf Tagen geritten waren. Es gab zwar über 100 Teilnehmer, aber die meisten von ihnen hatten mehrere Pferde am Start und wechselten zwischen ihnen ab. Das zeigt, was für ein Ausnahme-Sportler Tahoe ist! Ich plane gerade, einen kurzen Erfahrungsbericht über meinen Grand Canyon XP Ritt zu schreiben, den ich an den AERC Newsletter schicken werde (die amerikanische Zeitschrift der Distanzreiter). Dies hier ist also nur ein sehr kurzer Abriss des Rittes.

Danke Sharma, dass du dieses Erlebnis mit uns teilst. Ich lese immer gerne, was unsere Reiter/innen erleben!