Die korrekte Pflege und Wartung Ihres (neuen) Sattels und Zaumzeugs

Es ist eine Tatsache: Eine angemessene Pflege und Wartung Ihrer Lederwaren wird deren Aussehen und Lebenserwartung deutlich verbessern. Dies gilt für sämtliche Lederwaren, egal, um welche Marke es sich dabei handelt. Heutzutage betrachtet man einen Sattel als Investition, der mit gutem Service mindestens 15 bis 20 Jahre lang halten sollte. Ein guter, anpassbarer Qualitätssattel, der dem Reiter passt und ans Pferd jederzeit angepasst werden kann, sollte das auch schaffen. Die Anpassung betrifft nicht nur das Aufpolstern der Kissen, sondern auch die Anpassbarkeit des Sattelbaums bezüglich des Winkels und der Weite des Kopfeisens.
Die Wartung bezieht sich sowohl auf das Nachbessern von Nähten, Ersetzen von Gurtstrippen und die Anpassung bei Problemen mit der Passform. Eines der häufigsten Missverständnisse hängt mit dem Gebrauch von Sattelseife zusammen. Eine Sattelseife ist vor allem genau das, was ihr Name bereits besagt: Sie ist eine Seife, und Seifen benutzt man nur zum Reinigen. Tatsächlich sind Seifen- die ja basisch sind- und Schweiß -der sauer ist- die beiden größten Feinde von Leder, wenn sie nicht entfernt werden. Der Grund, warum man Sattelseife benutzt, liegt darin, dass man mit ihr Schmutz und Schweiß entfernen kann. Belässt man Schmutz und Schweiß auf dem Leder, wird es brüchig und spröde. Es ist also wichtig, den Sattel zu reinigen, auch, damit er Haut und Fell Ihres Pferdes nicht irritiert. Allerdings entfernen manche Leute die Seife nicht nach dem Reinigen. Und das ist ein Fehler.

Diese Seifen enthalten Glycerine oder Feuchtigkeitscremes, die bewirken, dass die natürlichen Lederfette nicht so stark ausgewaschen werden.

Aber wenn Sie darüber nachdenken, so entfernen Sie ja auch Ihr Shampoo nach dem Haarewaschen, und nach dem Händewaschen waschen Sie die Seife ab.

Meist sind im Shampoo oder in der Handseife Feuchtigkeitscremes enthalten, die der Haut oder dem Haar ein wenig von der Feuchtigkeit zurückgeben, die die Seife vorher entfernt hat. Die Seife frisst die Farbe des Leders weg. Heutzutage wird Leder durch nicht entfernte Seifen schneller zerstört als früher, weil die heutigen Seifen mehr Chemikalien enthalten.

Leder ist im Grunde einfach eine Haut, die behandelt (gegerbt) wurde. Haut besteht zu 70 bis 80 % aus Wasser. Selbst nachdem die Haut zu Leder gegerbt wurde, bleibt noch ein Restwassergehalt von etwa 25 Prozent bestehen. Früher wurde Leder ein halbes Jahr lang gegerbt. Dadurch wurde es haltbarer, als das heutige Leder, dessen Gerbungsprozess lediglich ungefähr sechs Wochen beträgt. Jedes Mal, wenn Sie Ihren Sattel säubern oder reinigen, müssen Sie ihn hinterher gut abwaschen und danach Lederfett auftragen. Kuhhaut ähnelt unserer eigenen Haut, nur dass sie ihren Feuchtigkeitsgehalt nicht selbst regulieren kann und Sie dafür braucht.

Nachdem die Seife abgewaschen wurde (das gilt auch für die glycerinhaltige Seife!), sollte das Leder mit einem Fett behandelt werden, das dafür sorgt, dass etwas von der natürlichen Feuchtigkeit ersetzt wird. Leder ist kein lebendiges System mehr und kann seinen Feuchtigkeitshaushalt nicht mehr selbst regulieren.

 

Wir empfehlen eine Ledercreme, die keinerlei Reinigungseigenschaften besitzt, die also keine Seife enthält. Solch eine Ledercreme können Sie für alle Leder benutzen, die Sie besitzen.

Lederöl dürfen Sie einmalig am gesamten Sattel oder Zaumzeug einsetzen, wenn Sie eine dunklere Farbe wünschen. Später kann das Lederöl zum Fetten der Kissen eingesetzt werden, da die Kissenwolle das Fett sehr stark aufsaugt. An anderen Stellen setzen Sie das Öl bitte nicht ein. Am Sitz würde es durch das Leder und die verschiedenen miteinander verklebten und verleimten Schichten des Baums dringen und könnte unter Umständen sogar dazu führen, dass der Sattelbaum bricht.

Am besten merken Sie sich die Regel, dass das Öl nirgendwo eingesetzt werden sollte, wo es in Kontakt mit Ihnen kommt, bzw. mit Ihren Hosen oder Handschuhen. Es verändert die Farbe Ihrer Kleidungsstücke. Außerdem neigt Öl auf den Sattelblatt dazu, das Leder dermaßen weich zu machen, dass die Sattelblätter zu flexibel werden und ihren Zweck nicht mehr erfüllen können. Stellen Sie sicher, dass Sie Öle verwenden, die auch wirklich für Leder gedacht sind, etwa Klauen-Öl. Olivenöl beispielsweise gehört in Salate, Babyöl ist für Babys gedacht, beide Öle sollten nicht für Leder verwendet werden.

Idealerweise reinigt man Sättel und Zaumzeug nach jedem Gebrauch. Wenigstens kurz abwischen sollte man sein Sattelzeug jedes Mal, wenn man es benutzt hat. Zumindest wöchentlich sollte man es gründlich säubern. Falls Sie Ihren Sattel für längere Zeit beiseite hängen, sollte er möglichst bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, jedenfalls nicht kühler als 5 Grad Celsius, und bei einer Feuchtigkeit von etwa 30 bis 40 %. Dann bleibt das Leder geschmeidig. Falls das Leder etwas schimmelig aussieht, wenn Sie den Sattel herausnehmen, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Das zeigt Ihnen nur, dass das Leder noch immer lebt und einen Feuchtigkeitsgehalt hat, der es attraktiv für Schimmelbakterien macht. Reinigen Sie das Leder in diesem Falle gut und tragen Sie eine Ledercreme auf, und es wird wieder wie neu aussehen.