Eingeklemmter Widerrist: Reiten mit angezogener Handbremse

Die ideale Verbindung zwischen Reiter und Pferd ist ein zu beiden gleichermaßen passender Sattel. Nur der drückt nicht auf die Reflexpunkte auf dem Rücken des Pferdes und gibt ihm Raum für seine Bewegung. Und nur der bietet dem Reiter eine optimale Verbindung zum Pferd. Um dies zu erreichen, müssen bestimmte Dinge bei der Anpassung eines Sattels berücksichtigt werden. Dazu dient der neun Punkte umfassende Sattelcheck. Nach der Balance ist dies das Thema „freier Widerrist“.

Aufgrund der Schulterrotation und der unterschiedlich hohen Dornfortsätze im Widerristbereich muss im Gegensatz zu früheren Erkenntnissen darauf geachtet werden, dass unter dem Vorderzwiesel nicht nur nach oben ein zwei- bis dreifingerbreiter Freiraum besteht, sondern auch seitlich. Andernfalls wird die Bewegungsfreiheit des Pferdes im Schulter- und Widerristbereich eingeschränkt oder gar verhindert.

Ist der Sattel hier zu eng, kann man diesen Zustand mit einer angezogenen Handbremse beim Auto vergleichen. Das Pferd kann nicht durchschwingen, Anlehnungsprobleme sind typische Anzeichen für einen eingeengten Widerrist. Kopfschlagen, nicht an das Gebiss herantreten oder Steigen, sowie Fehlhaltungen und weiße Haare sind weitere Symptome. Die Folgen können sein: Fehlbildungen in der Muskulatur, Schweifschiefe, Muskelabbau im Widerristbereich, Hautprobleme, Entzündungen, offener Widerrist.