Sattelanpassung und Top 10-Listen, von Sabine Schleese

Vor einigen Jahren gab es im kanadischen Fernsehen eine Show, in deren Verlauf es um Top 10-Listen ging. Diese Listen waren wahrscheinlich mein Lieblingsbestandteil der gesamten Sendung. Daher habe ich mir gedacht, dass ich hier einige meiner Top 10-Listen vorstellen könnte, die ich im Laufe der Jahre zusammengestellt habe.

Vielen Dank an die Zeitschrift Cavallo, die mir Futter für diese Listen geliefert hat. Irgendjemand hat mir gesagt, dass Listen mit 10 Punkten deswegen so populär seien, weil die 10 so eine signifikante Zahl ist. Wir haben zehn Finger und zehn Zehen, es gibt die zehn Gebote etc.

10 Zeichen für Satteldruck durch eine schlechte Sattelpassform

  1. Feste Muskulatur am vorderen Ende des Schulterblattes
  2. Lahmheit vorn, weil Druck auf den Ansatz des Longissimus am Widerrist ausgeübt wird
  3. Druck am Widerrist verursacht Zucken am Ellbogen
  4. Muskelatrophie (sichtbare Dellen) am Widerrist
  5. Haarverlust, Druckstellen, Haut oder Fell lässt sich nicht verschieben
  6. Der Bockreflex ist durch einen zu langen Sattel aktiviert und führt zu Luftsprüngen
  7. Muskelatrophie auf der Kruppe, der Druck auf die Spinalnerven bewirkt, dass die Muskulatur sich nur auf einer Seite entwickelt, da das Pferd Schmerz vermeiden will
  8. Energieblockaden auf den Meridianverläufen können Herz-, Kreislauf- oder Atemprobleme verursachen
  9. Ein zu enger Kissenkanal erschwert das Muskelwachstum des Longissimus, kann die Vorhandbewegung blockieren und ungleichmäßiges Schwitzen bewirken
  10. Ein kneifender Gurt führt zu verkürzten Schritten

10 Mal Pro und Contra schlaue Pferde

Die PROS für schlaue Pferde

  1. Sie haben eine schnelle Reaktionsfähigkeit, diese Pferde beobachten gut und nehmen die Absicht des Reiters bereits wahr, sie reagieren, bevor die Hilfe gegeben wird
  2. Sie können sich gut konzentrieren und sind fähig, lang und hart zu arbeiten, viele Wiederholungen beim Lernen machen ihnen nichts aus
  3. Sie lernen schnell, neue Aufgaben finden sie interessant, sie mögen die Herausforderung
  4. Sie sind leicht zu motivieren, Lob und Belohnungen steigern ihren Arbeitseifer
  5. Sie haben ein gutes Gedächtnis, wenn eine Lektion gelernt ist, reagieren sie noch Jahre später auf die entsprechende Hilfe

Die CONTRAS gegen schlaue Pferde

  1. Sie neigen zum Scheuen und lassen sich leicht ablenken
  2. Sie sind Ausbrecherkönige und haben allgemein sehr gute motorische Fähigkeiten
  3. Sie können überempfindlich sein, schnell reagieren und Unaufmerksamkeiten des Reiters ausnutzen
  4. Sie vergessen schlechte Erfahrungen nicht und erinnern sich an Schmerzen, ausbleibende Belohnungen, Verletzungen
  5. Sie brauchen einen schlauen Reiter. Schlaue Pferde müssen mindestens eine halbe Stunde am Tag gefordert oder gefördert werden, oder sie entwickeln aus Langeweile Stereotypien

10 Mythen über die Reiterei

(Enttarnt und überprüft während zahlreicher experimenteller Forschungsaktivitäten, dokumentiert von der Zeitschrift Cavallo, denen hiermit unser Dank gebührt)

  1. Nur unsportliche Reiter benutzen eine Aufstiegshilfe. In Wirklichkeit ist es für Pferde schwierig, während des Aufsitzens das Ungleichgewicht von links nach rechts auszubalancieren, und auch für Sattel und Steigbügelriemen ist eine Aufstiegshilfe schonender
  2. Die Rollkur stellt eine gute Gymnastik dar. In Wirklichkeit behindert sie die Atmung und das Sehvermögen, macht den Rücken fest und führt zu Ängstlichkeit.
  3. Kappzäume führen zu übermäßigem Druck auf den Nasenrücken des Pferdes. In Wirklichkeit ist ein gut gepolsterter, gut sitzender Kappzaum mit korrekt liegenden Riemen optimal zum Longieren.
  4. Joining up ist eine pferdefreundliche Trainingsmethode. In Wirklichkeit ist Joining up unnatürlich und gehört nicht zum Verhaltensrepertoire von Pferden. Es kann sogar zu psychischen Schäden beim Pferd führen.
  5. Dickere Gebisse sind besser fürs Pferdemaul. In Wirklichkeit sind dickere Gebisse schlecht konstruiert und üben oft Druck im Pferdemaul aus, das gar nicht so viel Raum bietet.
  6. Von Heu wird ein Pferd dick. In Wirklichkeit ist Heu besser für die Konstitution des Pferdes, als Kraftfutter. Zu viel Kraftfutter, so wie es Hochleistungspferde bekommen, kann Übergewicht verursachen.
  7. Bandagen schützen das Pferdebein. In Wirklichkeit können Bandagen das lymphatische System der Röhrenknochen schädigen. Empfohlen werden stattdessen „Kompressionsstrümpfe“, aber die beste Unterstützung für das lymphatische System ist Training.
  8. Kurze Fahrtstrecken im Pferdehänger gewöhnen das Pferd an den Hänger. In Wirklichkeit ist der Stresslevel zu Beginn der Fahrt am höchsten. Pferde entspannen sich erst nach mindestens einer halben Stunde Fahrt.
  9. Pferde finden von überall den Weg nachhause. In Wirklichkeit haben Pferde keinen inneren Kompass, im Gegensatz wahrscheinlich zu Zebras.
  10. Pferde können sich nicht übergeben. In Wirklichkeit ist es bei einem brechend vollen Magen so, dass sie erbrechen können. Das Erbrechen eines Pferdes tritt in einer lebensgefährlichen Situation auf und muss unverzüglich behandelt werden!

10 Treffer und Nieten

Treffer

  1. Hafer ist das beste Kraftfutter, leicht verdaulich.
  2. Fundiertes Training braucht Zeit. Pferde sollten mit vier Jahren eingeritten werden und die Grundausbildung sollte mindestens zwei Jahre dauern, so wie es in der Armee üblich war
  3. Aderlass scheint bei Hufrehe zu helfen, es ist eine mittelalterliche Therapie, die eine Renaissance erlebt.
  4. Kappzäume sind die beste Wahl beim Longieren. Mit Gebiss und Trense zu longieren funktioniert einfach nicht.
  5. Lob hilft beim Lernen, genau wie Futterbelohnungen. Den Hals zu klopfen beunruhigt das Pferd und macht ihm Angst.

Nieten

  1. Verhaltensstereotypien sind angeboren. Das sind sie nicht, in Wirklichkeit entstehen sie aus Stress oder Langeweile, so wie das Weben zum Beispiel.
  2. Araber haben einen Wirbel weniger. Nicht notwendigerweise. Abweichungen gibt es in jeder Pferderasse.
  3. Schauen Sie Ihr Pferd beim Führen nicht an. Falsch! Das ist einfach eine dumme Anweisung!
  4. Zähne verraten das Alter des Pferdes. Das ist ungefähr so aussagekräftig wie das Lesen von Teeblättern. Egal in welchem Alter ist es ein ungenaues Rätselraten.
  5. Halten Sie die Absätze tief. Eine Anweisung, die so alt wie falsch ist. In dieser Haltung verspannt sich der Reiterschenkel vom Fuß bis zur Hüfte.

Und schließlich…

10 Zitate über Pferde von berühmten Persönlichkeiten

  1. Ein Pferd ist etwas so Schönes… Keiner wird müde, es anzuschauen, solange es sich in seiner Pracht zeigt. Xenophon
  2. Nichts ist für das Innere eines Mannes so gut, wie das Äußere eines Pferdes. Ronald Reagan
  3. Ein edles Pferd wird aus eigenem Antrieb versuchen, ein Rennen zu gewinnen. Ermutigt man es, wird es sogar noch schneller laufen. Ovid
  4. Alles, was man zum Glück braucht, ist ein gutes Gewehr, ein gutes Pferd und eine gute Frau. Daniel Boone
  5. Pferdeverstand ist etwas, das ein Pferd davon abhält, auf Menschen zu wetten. W.C. Fields
  6. Achte darauf, dass du dein Pferd verkaufst, bevor es stirbt. Lebenskunst ist es, Verluste weiterzugeben. Robert Frost
  7. Mit Gott spreche ich spanisch, mit Frauen italienisch und mit meinem Pferd deutsch. Charles V
  8. Wenn dein Pferd dir unaufgefordert folgt, wenn es seinen Kopf an deinem Kopf reibt, wenn du es ansiehst und ein Schauer rieselt deine Wirbelsäule hinunter, dann weißt du, dass du geliebt wirst. John Lyons
  9. Wenn ein Mensch die Pferdeseele versteht, kommt er der Perfektion am nächsten.
  10. Der Himmel kann nur dann der Himmel für mich sein, wenn mein Pferd darin wohnt.